Es gibt Fahrzeuge, bei denen ein einziger Name genügt. Der Pajero ist so eines. Über vier Generationen hinweg hat er sich einen Ruf erarbeitet, der weit über die Marke hinausreicht: Leiterrahmen, zuschaltbarer Allrad, Untersetzung, und die Gelassenheit, auch dort noch weiterzufahren, wo andere umkehren. Bei uns in Niederuzwil erleben wir das regelmässig – Kunden, die ihren Pajero seit fünfzehn Jahren fahren und irgendwann fragen: Was kommt danach?
Neuer Mitsubishi Pajero: Warum der Offroad-Klassiker nicht nach Europa kommt
Am 2. September 2026 hat Mitsubishi Motors die Antwort gegeben. Es gibt einen neuen Pajero. Nur leider nicht für uns. In diesem Beitrag ordnen wir ein, was genau vorgestellt wurde, warum Europa aussen vor bleibt, und – vor allem – welche Möglichkeiten Schweizer Käufer stattdessen haben, die echte Geländetauglichkeit brauchen und nicht bloss ein SUV mit hoher Sitzposition.
Was Mitsubishi am 2. September vorgestellt hat
Der neue Pajero, in einigen Märkten als Montero geführt, ist kein weichgezeichneter Crossover. Mitsubishi hat sich bewusst für die harte Linie entschieden und beschreibt das Fahrzeug als neues Flaggschiff.
Technische Daten & Abmessungen des neuen Pajero 2027
Unter der Haube arbeitet ein 2,4-Liter-Clean-Diesel mit variabler Turbinengeometrie und rund 480 Newtonmetern maximalem Drehmoment, gekoppelt an ein neu entwickeltes Achtgang-Automatikgetriebe mit Sportmodus. Die Basis bildet ein klassischer Leiterrahmen, vorn mit doppelten Querlenkern, hinten mit einer Starrachse an fünf Lenkern. Das ist die Konstruktion, die schwere Anhänger und Dauerbelastung im Gelände verträgt.
Die Abmessungen: 4920 Millimeter Länge, 1925 Millimeter Breite, 1910 Millimeter Höhe, 2870 Millimeter Radstand. Die Bodenfreiheit liegt bei 230 Millimetern, der Böschungswinkel vorn bei 30,4 Grad, hinten bei 25,8 Grad, der Rampenwinkel bei 22,6 Grad. Platz ist für sieben Personen in drei Reihen.
Technischen Highlights: Super Select 4WD-II & Allrad-Fahrprogramme
Technisch interessant ist der Antriebsstrang: Super Select 4WD-II mit den vier Modi 2H, 4H, 4HLc und 4LLc, kombiniert mit dem Super-All Wheel Control System, das Beschleunigung, Kurvenverhalten und Bremsen zusammen regelt. Dazu kommen sieben wählbare Fahrprogramme – Normal, Eco, Gravel, Snow, Mud, Sand und Rock. Also ein zuschaltbarer Allrad mit echter Untersetzung und sperrbarem Mitteldifferenzial, nicht eine elektronische Nachahmung davon. An Assistenz und Sicherheit sind ein 3D-Rundumsichtmonitor, die Autobahnunterstützung MI-PILOT und acht Airbags mit erstmals verbautem Center-Airbag an Bord.
Kurz: Das ist der Pajero, den Liebhaber der Baureihe sich gewünscht haben.
Warum der neue Pajero nicht nach Europa kommt
Und genau hier liegt das Problem. Was den Pajero im Gelände stark macht, macht ihn in Europa nicht zulassungsfähig. Mitsubishi hat für Europa kein Homologationsprogramm aufgelegt. Der Hersteller führt hier seit 2020 keine neuen Modelle mehr ein, und der Aufwand, ein Leiterrahmenfahrzeug mit Dieselmotor für einen vergleichsweise kleinen Absatzmarkt zu zertifizieren, steht angesichts der CO2-Flottenziele in keinem wirtschaftlichen Verhältnis. Eine Leistungsangabe nennt Mitsubishi bisher nicht; die in der Fachpresse genannten rund 204 PS sind eine Erwartung, abgeleitet vom gleichen Motor im Pick-up. Die strengen Zulassungsvorschriften stehen dem Comeback bei uns im Weg – so wurde es unmittelbar nach der Premiere in der Fachpresse eingeordnet.
Für die Schweiz gilt das faktisch mit. Wir übernehmen die europäischen Abgasnormen weitgehend, und einen Direktimport in Kleinserie darf man sich realistisch nicht erhoffen: Ohne europäische Typengenehmigung wird jedes Fahrzeug zum Einzelfall, mit entsprechendem Aufwand bei Prüfung, Ersatzteilversorgung und Garantie. Wer Ihnen etwas anderes verspricht, sollte es genau belegen können.
Diese Märkte bekommen ihn – und ab wann
Der Zeitplan zeigt deutlich, wohin Mitsubishi den Pajero positioniert:
- Thailand ist der erste Markt, dort steht auch die Produktion.
- Japan und Australien folgen im Geschäftsjahr 2026, das bei Mitsubishi von April 2026 bis März 2027 läuft.
- Rund 100 weitere Länder ab dem Geschäftsjahr 2027, darunter die ASEAN-Region, Lateinamerika und der Nahe Osten.
Europa ist in dieser Aufzählung an keiner Stelle enthalten. Das ist keine Verzögerung, sondern eine Entscheidung.
Allrad von Mitsubishi, das Sie heute in der Schweiz fahren können
Die gute Nachricht: Der Allrad-Gedanke ist bei Mitsubishi nicht verschwunden, er hat nur die Form gewechselt. Das Super-All Wheel Control System, das im neuen Pajero steckt, ist bei uns längst im Einsatz – nur elektrifiziert statt mit Untersetzung.
Outlander Plug-in Hybrid – die Allrad-Antwort. Das ist bei Mitsubishi in der Schweiz das Modell mit echtem Allradantrieb. Zwei Elektromotoren, einer pro Achse, dazu das S-AWC System für die Momentverteilung. Für Hanglagen, Schnee und Nässe ist das ein hervorragend beherrschbares System, und im Kurzstreckenbetrieb fahren Sie grösstenteils elektrisch.
ASX und Eclipse Cross – elektrifiziert, aber ohne Allrad. Beides sind gute Fahrzeuge, wenn Ihnen Verbrauch, Platzangebot und Preis wichtiger sind als Allrad. Der Eclipse Cross fährt inzwischen vollelektrisch mit deutlich gestiegener Reichweite; dazu haben wir einen separaten Beitrag auf unserer Website. Wenn Allrad für Sie Bedingung ist, sind diese beiden Modelle aber nicht die Antwort – das sagen wir lieber offen, als Sie später zu enttäuschen.
L200 – nur noch als Occasion. Wenn es wirklich um Nutzlast, Anhängelast und robuste Technik geht, ist der Pick-up das nächstliegende Konzept. Wichtig zu wissen: Als Neuwagen ist der L200 nicht mehr erhältlich, die aktuelle Schweizer Palette umfasst Colt, ASX, Grandis, Eclipse Cross und Outlander Plug-in Hybrid. Wer einen L200 möchte, sucht ihn also auf dem Occasionsmarkt – und genau dort helfen wir Ihnen bei der Beurteilung.
Ehrliche Einordnung: Welcher Allrad-Typ passt zu Ihrem Bedarf?
Wichtig ist die ehrliche Einordnung: Keines dieser Fahrzeuge ersetzt einen Leiterrahmen-Geländewagen mit Reduktionsgetriebe. Für die überwiegende Mehrheit der Einsätze in der Ostschweiz – steile Zufahrten, Schnee, Waldwege, Anhänger, Wintersport – sind sie die bessere Wahl, weil komfortabler, sparsamer und günstiger im Unterhalt. Für die verbleibenden Fälle, also Fahrten im schweren Gelände, Expeditionsbetrieb oder dauerhaft hohe Zuglasten abseits befestigter Strassen, sind sie es nicht. Diese Unterscheidung nehmen wir im Beratungsgespräch immer zuerst vor.
Pajero als Occasion: Worauf Sie achten sollten
Weil es keinen neuen Pajero gibt, bleibt für Überzeugte der Gebrauchtmarkt. Das funktioniert, verlangt aber Genauigkeit. Worauf wir schauen würden:
Rost, und zwar von unten. Rahmen, Achsaufnahmen, Federböcke, Schweller und Radläufe. Ein Pajero, der Jahre lang gesalzene Strassen gesehen hat, verrät das am Unterbau, nicht am Lack. Eine Hebebühne ist hier Pflicht, ein Rundgang auf dem Parkplatz genügt nicht.
Anhängerbetrieb und Getriebe. Viele Fahrzeuge haben schwer gezogen. Prüfen Sie Automatikgetriebe und Verteilergetriebe auf Geräusche und Schaltruckeln, und lassen Sie alle Allradmodi tatsächlich durchschalten – vom Strassenbetrieb bis in die Untersetzung.
Serviceheft und Intervalle. Beim Diesel entscheidet die Pflege über die Lebensdauer. Lückenlose Nachweise sind mehr wert als eine niedrige Kilometerzahl.
Ersatzteilversorgung. Für die verbreiteten Generationen ist die Lage solide. Als Mitsubishi-Partner können wir Verfügbarkeit und Kosten für ein konkretes Fahrzeug vorab abklären – das ist vor dem Kauf mehr wert als danach.
Wenn Sie eine Occasion im Auge haben, bringen Sie sie vor dem Kauf zu uns. Ein prüfender Blick von der Hebebühne kostet wenig und erspart im Zweifelsfall viel.
Häufige Fragen zum Pajero-Comeback
Kommt der neue Pajero doch noch in die Schweiz? Nach dem aktuellen Stand nein. Die europäischen Zulassungsvorschriften sind der Grund, und daran wird sich kurzfristig nichts ändern. Sollte Mitsubishi umdisponieren, erfahren Sie es hier.
Gibt es ihn als Elektro- oder Hybridversion? Vorgestellt wurde ausschliesslich der 2,4-Liter-Diesel mit Achtgang-Automat. Eine elektrifizierte Variante ist nicht angekündigt.
Welches Mitsubishi-Modell kommt dem Pajero am nächsten? Beim Fahrgefühl und der Allradsicherheit der Outlander Plug-in Hybrid mit S-AWC – er ist in der Schweiz das einzige Mitsubishi-Modell mit Allradantrieb. Einen direkten Nachfolger für unseren Markt gibt es nicht; beim Nutzwert käme ein gebrauchter L200 am nächsten.
Lohnt sich jetzt noch ein gebrauchter Pajero? Wenn das Fahrzeug technisch sauber ist, ja. Rechnen Sie damit, dass gute Exemplare durch die Nachricht eher gesucht bleiben. Entscheidend ist der Zustand, nicht das Baujahr.
Unser Fazit
Der Pajero ist zurück, und er ist genau das geworden, was man sich von ihm gewünscht hat – nur nicht für unseren Markt. Das ist enttäuschend, ändert aber nichts daran, dass Mitsubishi mit S-AWC weiterhin eines der ausgereiftesten Allradsysteme im Angebot hat. Es sitzt heute eben im Outlander statt im Geländewagen.
Wenn Sie vor der Frage stehen, was Ihren Pajero ersetzen soll, oder wenn Sie eine Occasion prüfen lassen möchten: Kommen Sie bei uns in Niederuzwil vorbei. Wir gehen mit Ihnen durch, was Sie tatsächlich brauchen – Anhängelast, Zufahrt, Jahresfahrleistung, Wintereinsatz – und sagen Ihnen offen, welches Fahrzeug dazu passt und welches nicht. Eine Probefahrt lässt sich in der Regel kurzfristig einrichten.
Jetzt Beratungstermin vereinbaren oder Probefahrt anfragen – Garage Brüllhardt GmbH, Niederuzwil.
Quellen: Mitsubishi Motors Newsroom, Medienmitteilung vom 2. September 2026; Fachberichterstattung zur Europa-Verfügbarkeit vom 2. September 2026.
Bild: Mitsubishi Motors


